Wenn Senioren sich geistig nicht fit fühlen …

Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Abgeschlagenheit und auch die Neigung zu Stürzen – das sind vor allem bei älteren Menschen oft Folgen einer zu geringen Kochsalzaufnahme. Die Mediziner sprechen bei einem Mangel an Natrium, das in unserem Körper eine zentrale Rolle im Wasserhaushalt spielt, auch von einer sogenannten Hyponatriämie. Das Phänomen wird laut Dr. Dag Schütz, Direktor der Klinik für Geriatrie/Altersmedizin am Evangelischen Krankenhaus Essen-Werden, bislang nicht ausreichend ernst genommen. Vielmehr werde nach wie vor auch bei älteren Menschen eine salzarme Ernährung propagiert.  Diese könne jedoch fatale Folgen haben: „Schon eine leichte Hyponatriämie kann eine Veränderung der Konzentrations- und der Reaktionsfähigkeit auslösen, die mit einem Alkoholgehalt von etwa 0,6 Promille zu vergleichen ist“, mahnte der Mediziner in Aachen.

 

Folge von Erkrankungen oder deren Behandlung

Zum Natriummangel kommt es nach seinen Worten besonders häufig bei Menschen, die an mehreren Erkrankungen leiden. Ursache kann zum Beispiel eine Herzschwäche sein oder auch eine Leberzirrhose. Auch Medikamente können die Störung hervorrufen.  Vorsicht ist beispielsweise geboten bei Schmerzmitteln, Neuroleptika und Antidepressiva. Die Hyponatriämie ist dabei keineswegs selten: „Im klinisch-geriatrischen Alltag haben nahezu 20 Prozent aller bettlägerigen Patienten bei stationärer Aufnahme eine verminderte Natriumkonzentration im Serum“, so Dr. Schütz.

 

Zu wenig Salz im Alter nicht empfehlenswert

Unabhängig davon, dass laut Dr. Schütz im Alter eine restriktiv salzarme Kost nicht zu empfehlen sei, sollten die Elektrolytwerte bei älteren Menschen regelmäßig kontrolliert werden. Nur so sind Veränderungen bereits in der Frühphase zu erkennen. Dann kann umgehend die Ursache behoben beziehungsweise eine gezielte Behandlung eingeleitet werden. Wer Symptome an sich bemerkt, Probleme mit dem Gedächtnis und seiner Konzentrationsfähigkeit bekommt, ist nach Ansicht von Dr. Schütz gut beraten, eine Untersuchung der Elektrolytwerte mit seinem Arzt zu besprechen. (djd).

 

So viel Natrium braucht der Mensch

(djd). Normal ist ein Serumnatriumwert zwischen 135 und 145 mmol/l. Schwankungen außerhalb der Norm werden durch die Nieren beim gesunden Menschen rasch ausgeglichen. Extrem selten im Vergleich zu einer Hyponatriämie kommt es nach Schütz zu einer Hypernatriämie, also zu einer zu hohen Natriumkonzentration im Serum. Die Störung macht sich durch die Symptome eines Flüssigkeitsmangels bemerkbar, also durch Mundtrockenheit, eine verminderte Hautspannung und Defizite bei der Hirnleistung. Mehr zur gesundheitlichen Bedeutung des Salzes: www.vks-kalisalz.de.

 

 

 

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